Sie will nirgendwo hin

Dezember 20, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Im Zusammenhang mit dem Wachstumssteuergesetz
und der Reduzierung der Mehrwertsteuer für die Hotelbesitzer
schreibt die Frankfurter Allgemeine heute
(Quelle: Deutschlandfunk):

„……..Die Kanzlerin macht in den anderen Umständen einer neuen
Koalition weiter wie gehabt.
Aber in der großen Koalition hielten die Partner einander
in Schach, Merkel konnte präsidieren. Führen ging sowieso nicht.
Und führen kann sie nicht. Sie hat keinen Plan.
Sie will nirgendwo hin, denn sie ist schon da.
Und will nur bleiben, wo sie ist.

Oh wie die mir aus der Seele reden.
Eigennutz ist eben ein Prinzip des Lebens.
Und wird infolgedessen überall da sein, wo Leben ist.

Markus Kavka interviewt Robbie Williams

Dezember 17, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Gestern abend 22:30 bei „kabel eins“ – habt ihr’s gesehn?
Ich fand’s doch ganz schön aufschlußreich.
Dass das mit den Drogen DOCH so schlimm war, war mir nicht in dem Maße bewußt.

Dass sein Erfolg sehr mit dem Komponisten Guy Chambers verknüpft ist – ja o.k.. Trotzdem muss man es, denke ich so sehen, dass das Zusammentreffen dieser BEIDEN den Erfolg ausmachte.
Es sieht aber doch so aus, dass Robbie seine Probleme damit hat, dass er von solchen Leuten abhängig ist. Sein Anteil beim Schneidern von neuen Songs ist ja doch auf Vorsingen und auf das Texten beschränkt.

Dass sein Schiff 2006 sank, weil er mit Rudebox einen Griff in’s Klo landete, das sehe ich anders.
Auf der Tour in 2006 war seine aktuelle CD „INTENSIVE CARE“.
Das wurde gestern nicht mal erwähnt.
Rudebox (was sicherlich ein mißglücktes Experiment war) war lediglich ein Song den er dabei vorstellte.
Nebenbeibemerkt. Ich fand das ganz interessant wie die 70000 in Hockenheim jubelten, als er sie fragte wie sie den Song finden würden.
Die Songs auf Intensive care sind meiner Meinung nach gelungen (obwohl er die mit Duffy und nicht mit Chambers geschrieben hat) und ich fand es schade, dass er auf der Tour davon nur „Tripping, Make me pure, Advertising Space und Sin Sin Sin“ brachte.

Gestern gab es viele Bilder von einem weinenden, ängstlichen Robbie. Einer der zugibt, dass er ein Alkoholiker und Drogensüchtiger ist. Er behauptete, dass er auf der Bühne eine Rolle spielt und sein wahrer Charakter ein ruhiger wäre. Diese Aussage schien der des Tour-Photographen zu widersprechen, der ihn auch hinter der Bühne und im Flieger so sah. Vielleicht kann er erst er selbst sein, wenn er alleine ist. Dann kann man das mit dem Alkohol, Drogen und Depressionen vielleicht sogar verstehen.

Interessant fand ich auch, dass er in den USA ein Noname ist. Plausibel klingt für mich die Erklärung, dass die Amis mit seinen Texten nichts anfangen können, weil sie den britischen Witz, die britische Ironie nicht verstehn.

Die Ankündigung, dass er sich mit den anderen 4 von Take That wieder versöhnt hat und gerne mit ihnen was machen würde – naja – darauf kann man gespannt sein. Ich halte ihn dafür für zu egozentrisch. Wenn überhaupt, dann geht das  nicht lange gut.

P.S. Hoffentlich löst er sich in seinen Texten bald mal von diesen ewigen „Jesus“-Wiederholungen. Das nervt so langsam.

P.P.S.  Und findet ihr nicht auch, dass diese Frisur von Markus Kavka der eines Demagogen aus der Zeit um 1940 stark ähnelt?

Alle Jahre wieder

Dezember 13, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Alle Jahre wieder……..zu Weihnachten………kehrt eine bestimmte
Auswahl an Songs in die Radios und eine bestimmte Auswahl an
Filmen in die Fernsehgeräte zurück.
Ein Film für alle Romantiker/-innen trägt den Titel
„Tatsächlich…Liebe“

Daniel, der trauernde Witwer mit seinem Sohn

Es werden abwechselnd immer wieder Szenen
aus 10 Lebens- und Liebesgeschichten gezeigt,
die an Heiligabend ihren Höhepunkt finden.

Für mich bemerkenswert:
Daniel, der seine Frau beerdigen musste.
Auf der Beerdigung wurde der Song
„Bye, bye baby“ von den Bay City Rollers gespielt.
Ein Beerdigungslied mit mehr als 30 bpm
würde wohl in Deutschland von den meisten
als pietätlos empfunden werden.
Das gehört sich nicht. Das macht man nicht.
Ein Textbeispiel aus dem Song wäre:
„God only knows what I feel without you“
Das ist passend und mitfühlend und nur darauf kommt es an.
Ist das nun britische Mentalität?
Oder die Mentalität der britischen Intellektuellen?
Oder die Mentalität von Intellektuellen im Allgemeinen?

Hab ich mich gefragt.

Im Film gibt es noch weitere Beispiele für gute Tugenden
„Tough sein“, „fair sein“, „Stil besitzen“, „Klasse haben“.
Die sind schon deutlicher als „britische Eigenschaften“
zu erkennen:

Daniel’s  Schwester sagt im Film einmal zu dem Trauernden:
„Heul nicht rum – Waschlappen sind nicht angesagt“.

Oder da ist der Freund des Bräutigams, der dessen Braut
liebt. Im Film heißt es zwar an einer anderen Stelle
„was gibt es schlimmeres als die unsäglichen Qualen des
Verliebtseins?“, aber das passt hier auch.
Der Leidende leidet heimlich. Heult nicht rum.
Aber läßt sich einen intelligenten Schlußstrich einfallen,
um sein Leben weiterleben zu können.

Vielleicht gefällt mir dieser Film deshalb so gut,
weil ich manchmal gerne etwas mehr von diesen
englischen Tugenden hätte ;-)

Mehr Suizide als Verkehrstote

November 27, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Angeregt durch eine Diskussion auf einem
Arbeitssicherheitsseminar, von dem ich gerade
zurückkomme, habe ich nochmal nachrecherchiert.

In Deutschland gibt es etwa doppelt
so viele Selbstmorde wie Verkehrstote.

(2008: ~9400 Selbstmorde und ~4600 Verkehrstote)

Das haut mich echt um.
Einigermaßen zufrieden durch’s Leben
zu kommen ist keineswegs eine
Selbstverständlichkeit.
Nein, bereits das ansich ist ein
persönlicher Erfolg.

„Eine exklusive Liebe“ ein Buch von Johanna Adorján

November 16, 2009 von inderruheliegtdiekraft

(c) Klaus Ruf

Auf 185 Seiten rekonstruiert Johanna Adorján die Geschichte
ihrer Großeltern.
Man wird neugierig, weil zusammengefasst wird “ sie waren
ein aussergewöhnliches Paar. Sie siezten sich ihr ganzes Leben,
sahen umwerfend aus, waren Juden die den Holocaust überlebten.“

Am 13. Oktober 1991 beging das Paar gemeinsam Selbstmord.
Frau Adorján rekonstruiert aus ihren eigenen und den Erinnerungen
ihrer Verwandten heraus und indem sie Menschen besucht,
die ihre Großeltern kannten. Diese Berichte klingen wie
schlichte Erzählungen aus einem Tagebuch.
Eigentlich so manchem Blog ähnlich.

Was dahintersteckt, dass die beiden sich ein Leben lang
siezen? Es war einfach so. Wenig großartig. Eher wie eine
seltsame Macke.
Er war im KZ und hat es überlebt. Viel mehr hat Frau Adorján
nicht herausbekommen. Etwas enttäuschend für die, die sich
an der Grausamkeit der Nazis aufgeilen wollen.
Allerdings war er ein guter Arzt, der im Krieg in Nordkorea
half.

Ich hab das Buch gekauft, nachdem Elke Heidenreich es in
einem Fernsehinterview wärmstens empfohlen hat.
Sie sagte unter anderem: „Sie werden weinen.“
Nun. Die beiden Seiten, auf denen wir das Finale der Umsetzung
des Vorhabens verfolgen können, die haben mich ein
wenig gerührt. Die romantische tiefe Beziehung zweier
Menschen. Der Mann totkrank und die Frau, die nicht
alleine weiterleben will. Was geht in ihnen vor.
Was mag so ein Paar in diesem Moment wirklich
gefühlt haben?
Vielleicht kann ich deshalb nicht mehr Mitgefühl
aufbringen, weil in mir doch die Meinung überhand
hat, dass ich es für feige halte, sein Leben nicht
zu ende zu leben.
Auch wenn heute der internationale
Tag der Toleranz ist, so ist meine Meinung doch:
Selbstmord ist ein „Aufgeben“.
Und Aufgeben ist keine Option -
es bedeutet zu Versagen.

Frau Heidenreich hat in ihrem Fernsehinterview
auch sowas gesagt wie „gute Bücher kann nur
jemand schreiben, der auch was zu sagen hat.“

Nun – was hat Frau Adorján zum Beispiel zu sagen?
Zum Beispiel zitiert sie „…Nietzsche, es könnte
auch von Sartre gewesen sein. Sinngemäß sagte das Zitat,
dass es immer im Leben, zu jedem Zeitpunkt, genau drei
Möglichkeiten gibt: Man kann etwas tun, man kann es
bleiben lassen oder man kann sich umbringen.“

Nebenbei ist auch interessant, dass ein Buch namens „Final Exit“
das damals in den USA erschienen ist und ein Bestseller war, eine
Anleitung zum Selbstmord gab.

Medwedews Rede an die Nation

November 13, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Dieser Kommentar der westdeutschen allgemeinen Zeitung
zur Rede des russischen Präsidenten Medwedew an die Nation
stach mir heute besonders ins Auge:

„Medwedew nannte sein Land ‘chronisch rückständig’
und trat damit seinem Vorgänger im Amt, Regierungschef
Putin, mächtig auf die Füße. Er sprach die Korruption bei
Polizei, Geheimdiensten und in der Politik an………
Das ist ein Versuch, aus Putins Schatten herauszutreten.
Ob das gelingt, ist fraglich.
Die erste Halbzeit seiner Amtszeit macht da eher wenig Hoffnung.
Die richtigen Worte zu finden, reicht zum Regieren
nicht aus – diese Erfahrung macht auch der Amtskollege Obama gerade


Durchschnitt oder Einmaligkeit

November 1, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Wie ist es richtig? Wie soll man’s machen?
Ist der goldene Mittelweg immer der Richtige?

Zu den Kindern nicht zu hart,
aber auch nicht zu weich sein.

Fremden gegenüber aufgeschlossen,
aber auch nicht zu leichtgläubig sein.

In der Arbeit Erfüllung finden,
aber sie auch nicht zum alleinigen Lebensinhalt machen.

Freunde haben,
aber doch eine eigene Meinung vertreten.

Kommunizieren was einen stört und was einem gefällt,
aber dabei niemanden verbiegen.

Zeit für sich nehmen,
aber die Arbeit nicht den anderen hinschieben.

Sich für das öffentliche Leben interessieren,
aber doch vernünftigen Abstand halten.

Wissen was die Medien meinen,
aber abwägen können, was man glauben kann.

Sich dem Arzt anvertrauen,
aber ein kompetenter Patient sein.

Sein Leben genießen,
aber sich an die Moral halten.

Locker bleiben,
aber dafür nicht zu viel Alkohol oder Zigaretten brauchen.

Der Idealmensch? Das perfekte soziale Individuum?
Der ideale Partner? Das Rezept zum Glücklichsein?
Oder die Definition des Durchschnittlichen und Langweiligen?

Oder verhält es sich vielleicht so:
Ohne Verstöße keine Einmaligkeit?
Ohne Einmaligkeit keine Entwicklung?
Der Haken bei der Sache:
Einmaligkeit kann guten oder bösen Charakter haben.

Und was ist anstrengender – der Mittelweg,
oder du selbst zu sein?

 

Das Duell (ein neues ARD-Wissensquiz)

Oktober 29, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Seit Kurzem gibt es ein neues Wissensspiel in der ARD.
Und ich bekenne mich als Fan :-)
Von Dienstag bis Freitag um 18:50 moderiert der junge
Florian Weber dieses Wissensquiz, in dem ein Prominenter
gegen einen „Normalbürger“ antritt.
Vermutlich weil zwei Kandidaten GEGENEINANDER antreten
finde ich es etwas spannender als Jörg Pilawas „Das Quiz“,
das direkt im Anschluß kommt. Und einen Promi zu besiegen,
hat ja auch so seinen Reiz.
Ein Teil der Fragen geht auch in Richtung „Gehirnjogging“.
Man wird irgendwie mitgerissen da mitzudenken.
Das macht Spaß – mir jedenfalls.
Einzig – dieser Florian Weber wirkt etwas steif und unspontan.
Von Jörg Pilawa könnte er sich noch das Eine oder Andere
abkucken.

Mr. Holland’s Opus

Oktober 24, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Diese Woche sah ich diesen Film zum ersten Mal, obwohl er schon
14 Jahre alt ist.
Meiner Meinung nach ist das große Thema dieses Films
der Spruch von John Lennon (der im Film sogar einmal vorkommt):
„Leben ist das was passiert,
während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“

Mr. Holland's Opus_1
Richard Dreyfuss spielt einen Musiker, der 1964 aufhören will
in kleinen Bands zu spielen um seinen Traum zu verwirklichen
eine Sinfonie zu schreiben.
Um dieses Vorhaben verwirklichen zu können muss  er anderweitig
Geld verdienen. Also nimmt er eine Stelle als Musiklehrer an einer
High-School an.
Einerseits beginnt er diesen Job zu lieben – andererseits
bleibt ihm doch wenig Zeit um an seinem Werk zu arbeiten.

Wunderschön mitzuerleben ist diese Figur des Lehrers, der niemals
in Rage kommt (ach bekäme ich das nur auch so hin *seufz*).
Im obigen Bild bemüht er sich einer Schülerin das Klarinette-Spielen
beizubringen. Zu Anfang scheint es ein hoffnungsloser Fall.
Aber diese Schülerin möchte unbedingt irgend etwas gut können,
weil jeder in ihrer Familie etwas gut kann. Und irgendwann findet
er eine für diesen Menschen passende Methode im Lernen weiterzukommen.
Der Clou an dieser jetzt von mir herausgepickten Einzelstory
aus dem Film, ist, dass dieses Mädchen am Schluß des Films
der Überraschungsgast bei der Abschiedsparty zur Pensionierung
ist. Dann hält sie nämlich die Abschiedsrede, denn aus ihr ist eine
erfolgreiche Politikerin geworden.
Aber es passiert noch so viel mehr in diesem Film. Wie im Leben
auch viel passieren kann, auch wenn man nicht direkt seinen
Träume nachgehen kann.
Er widersteht der Versuchung einer hübschen hochtalentierten
Schülerin; bekommt mit seiner Frau einen Sohn, der wie sich später
herausstellt taub ist, was besonders hart für den Musiklehrer ist;
muss einen total unbegabten Jungen ins Schülerorchester
aufnehmen, nur weil dieser in der Footballmannschaft
gebraucht wird. Sogar die große Trommel ist für den Jungen
eine schier unbezwingbare Herausforderung. Doch das ist nie
Anlaß den Jungen gering zu schätzen. Und irgendwann fällt
auch bei diesem der Groschen. Später im Leben gewinnt er
dreimal die Ringer-Meisterschaften. Stirbt aber als Soldat
im Vietnamkrieg.

Bei der Abschiedsparty füllen seine Schüler, Kollegen und
ehemaligen Schüler, die ihn lieben und zu schätzen gelernt
haben, eine ganze Halle.
Und so möchte der Film uns sagen, dass wir unser Leben
nicht planen können. Und trotzdem ist es wunderbar.
Weil unser Dasein andere Menschen beeinflußt.
Und wenn wir Gutes tun – wird Gutes daraus entstehen.

Englischkurs an der VHS Offenburg

Oktober 16, 2009 von inderruheliegtdiekraft

Guided Conversation – Intermediate level

So heißt der Kurs dem ich gestern abend beigetreten bin.
Zwar spät, nämlich von 20 bis 21:30 Uhr, aber trotzdem
war es ein angenehmer Abend.
Ein Dozent, der lange in Südafrika gelebt hat und 6 andere
„Mit-Schüler“ und ich natürlich, haben uns ausgiebig unterhalten
und dabei an einem einzigen Abend viel gelernt.
Genau das ist es was ich gerne mag.

Ich kann das nur empfehlen – so einen VHS-Kurs.
Unter anderem ist das auch Frischhaltetraining für’s Gehirn ;-)
Ich freue mich auf weitere 9 Abende in neuwertigem Gebäude
mit modernen hellen Räumen mit viel Platz.
Und das übrigens zu einem Preis von 81 Euro.

Wer weiß – vielleicht schaff ich es ja auch irgendwann mal wieder
nach England zu kommen.